Anika Weber und Arne Glaser

Macher der Woche

Hier kann sich jeder austoben und ausprobieren

Wenn die rote Lampe leuchtet, herrscht Ruhe im Studio. Anika Weber und Arne Glaser sitzen mit Kopfhörern vor ihren Mikrofonen und kündigen den nächsten Song an. Die Macher des Uniradio UNiCC plaudern mit uns über Lampenfieber, Nachwuchssorgen und die Kultur in der Stadt.

Wie seid ihr zum Uniradio gekommen?

Arne: Gleich zu Beginn des Studiums bin ich in der O-Phase (Anmerk. der Redaktion: Eine Woche zur Orientierung vor Semesterbeginn) hier vorbeigekommen. Erster Tag in Chemnitz, erster Tag an der Uni, erster Tag im Radio. Vor sieben Jahr bin ich im Bereich Technik eingestiegen. Habe dann auch bald eine Sendung gefahren, in der ich über Konzerte berichtet habe. Und irgendwann war ich lange genug dabei, um Vorstand zu werden.

Anika: Ich bin vor zwei Jahren, auch bei der O-Phase, hier angekommen. Ich wollte sowieso zum Radio und habe mich gefreut, dass Chemnitz ein Campusradio hat. Die Stelle der Musikredaktionsleitung war gerade frei und damit bin ich gleich eingestiegen. Mittlerweile moderiere ich auch eine On-Air-Sendung.

Die Idee eines Uniradios wurde 2001 von einer Handvoll Studenten geboren. Sie gründeten einen Verein und suchten Mitstreiter und Unterstützter. Die waren bald gefunden, auch der Name UNiCC, der sich aus den Wörtern Uni, Campus und Chemnitz zusammensetzt. Im Keller eines Studentenwohnheims ging es 2002 das erste Mal auf Sendung – allerdings nur online ins Chemnitzer Studentennetz. Ein Jahr später folgte der Umzug ins heutige Domizil, gegenüber der Mensa. 2004 konnte UNiCC das erste Mal auf Frequenz gehört werden.                                                                                                                             

Was schätzt du am Uniradio? 

Arne: Ich kann hier meine Interessen ausleben. Es gibt einige wenige Rahmenbedingungen, wie die technischen Möglichkeiten und den Pressekodex, ansonsten sind wir frei. Hier kann sich jeder austoben und ausprobieren. Wir sind nicht mit großen Radiostationen oder Nachrichtenagenturen vergleichbar. Bei uns stehen die Musik x und die eigene Selbstverwirklichung im Vordergrund.

Arne Glaser hat Elektrotechnik studiert und ist mittlerweile wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz. Seine Leidenschaft für Musik hat ihn nebenbei zum Konzertfotografen und Schreiberling werden lassen. Anika Weber studiert Medienkommunikation und ihr Berufswunsch Radio beschäftigt sie schon seit längerem.

Wie wichtig ist euch dabei der Hörer?

 Anika: Unsere On-Air-Sendungen, die auf Frequenz laufen, richten sich schon an alle. Da wir selbst studieren, sind wir ja an der Zielgruppe sowieso nah dran. Die Themensendungen, die dann im Internet laufen, sind sehr speziell. Aber das macht das Radio auch besonders.

Arne: Wir haben auf der einen Seite eine Klangfarbe, die wir möglichst stringent durchziehen wollen. Auf der anderen Seite sind wir auch immer offen, neue Themen aufzunehmen.

Gehört werden kann Radio UNiCC im Internet montags bis freitags ab 7 bis 23 Uhr. Zusätzlich kann von 18 bis 19 Uhr auf der Frequenz 102,7 Radio UNiCC empfangen werden.  Ca. 30 Mitglieder zählt der Verein, wobei aktiv aktuell zehn Radiomacher das Programm stemmen.

Ist Radiomachen leicht?

Anika: Am Anfang kostet es schon große Überwindung, in das Mikrofon zu sprechen. Ich war schon sehr aufgeregt und bin es manchmal heute noch, zum Beispiel auch vor Interviews. Am Anfang ist die Technik auch eine große Hürde. Aber das ist alles Learning by Doing.

Arne: Interviews mit internationalen Bands sind schon eine Herausforderung. Beim schottischen Hinterwalddialekt wird es echt schwer, ein Gespräch zu führen. Ansonsten haben wir aber eigentlich wenig Druck.

Ist auch Musik aus Chemnitz zu hören?

Anika: Ich habe mal recherchiert, was es für lokale Bands aus Chemnitz gibt und war über das Ergebnis erstaunt. Es gibt einige. Wir haben jetzt erste Kontakte aufgebaut.

Spielen Stadtthemen sonst eine Rolle?

Arne: Unser Schwerpunkt liegt schon auf dem Campus und auf der Kultur. Natürlich berichten wir darüber, wenn das Chemnitzer Modell gebaut und der Campus neu gestaltet wird. Wir stellen auch Ausstellungen im Archäologie- oder im Naturkundemuseum vor. Und es gibt einige Kooperationen mit anderen Vereinigungen, die über ihre Themen sprechen. Für politische und aktuelle Themen haben wir aber nicht genügend Mitarbeiter, die das stemmen könnten und das Hintergrundwissen haben. 

Was gefällt euch an der Stadt?

 Anika: Chemnitz ist nicht überrannt und hat für mich die ideale Größe. Es ist zwar eine Großstadt, aber trotzdem nicht so unmenschlich und anonym.

Arne: Chemnitz ist recht kompakt. Es ist alles gut erreichbar: die Innenstadt, der Campus, das Wohnviertel. 

Wie stellt ihr euch Chemnitz im Jahr 2025 vor?

Arne: Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen sich motiviert in die Stadt einbringen. Es gibt in Chemnitz viel Potenzial für junge Projekte. Da fällt mir sofort der Sonnenberg ein, wo noch viel leer steht und mit Ideen gefüllt werden muss.

Anika: Die großen Konzertagenturen machen leider meistens einen Bogen um Chemnitz. Da liegen Dresden und Leipzig verkehrstechnisch viel günstiger. Da hat Chemnitz echt einen Nachtteil.

Arne: In Chemnitz fehlt noch eine Location für Konzerte mit bis zu 1000 Besuchern. Es gibt dafür viele kleinere Clubs, die ein gutes Programm machen.

1 0 16. März 2018 gepostet am

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