Susann Drechsel und Andreas Wagner
ChemCats Chemnitz

Macher der Woche

Keine halben Sachen

Am 27. und 28. September findet in der Hartmannhalle das Season Opening der Damen Basketball Bundesliga statt. Die Spielzeiteröffnung, für die alle zwölf Teams der höchsten Deutschen Liga in Chemnitz gastieren, ist damit nach 2011 bereits das zweite Mal in der Stadt. Das liegt neben den guten Rahmenbedingungen auch an der Überraschungsmannschaft der letzten Saison, den ChemCats. Die Macher hinter dem Season Opening und dem sportlichen Erfolg sind auch unsere Macher der Woche. Es sind Ehrenamtliche, wie der Präsident Andreas Wagner und seine Stellvertreterin Susann Drechsel.

Susann, du hast selbst für die ChemCats gespielt. Erzähl doch mal, was dich damals als Mädchen dazu gebracht hat, gerade mit dem Basketball anzufangen!

Susann: Ich hab davor leistungssportlich Leichtathletik gemacht. Bis zu meinem 20. Lebensjahr und dann hab ich den Sprung nicht geschafft. Da hat mein Trainer gemeint, es sei vielleicht auch für mich besser, mir eine neue Sportart zu suchen. Zum Basketball hatte ich schon Kontakte, weil wir zusammen Athletiktraining gemacht haben. Da dachte ich mir: Ok, probierst du´s einfach mal da. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und das macht es bis heute. Ich bin zwar inzwischen nicht mehr aktiv, aber im Hintergrund tätig.

Und dann hast du dich dem Verein so verbunden gefühlt, dass du auch nach deiner aktiven Spielerinnenlaufbahn weiter mitmischen wolltest?

Susann: Ja, genau so war´s. Ich hab von 2001 bis 2009 gespielt. Durch Verletzungen war ich da aber auch schon mehr im administrativen Bereich tätig. Und das hat mir einfach so viel Spaß gemacht, dass ich dann dabei geblieben bin. Und ja, es ist für mich eine Herzenssache.

Nach der relativ erfolgreichen Spielzeit 2009 brechen für die ChemCats schwere Zeiten an. Der Verein meldet schließlich Insolvenz an und gründet sich neu. Mit der Insolvenz kommen Zwangsabstieg und viele personelle Veränderungen.

Andreas, du bist 2009 dazu gekommen. Was war da dein Antrieb? Die ChemCats haben ja damals auch keine leichte Zeit durchlebt…

Andreas: Antrieb hatte ich am Anfang nicht. Ich bin gefragt worden, als es darum ging, die ganzen Probleme, die es damals gegeben hat, mal zu beraten, wie es mit einer Vereinsfortführung aussehen würde bzw. vielleicht sogar mit einer Vereinsneugründung. Ich bin ja noch Vereinspräsident in einem anderen Sportverein mit rund 300 Mitgliedern und mehreren Sparten.

Ich wollte einfach keine Funktion übernehmen, weil ich gut ausgelastet bin. Ich binja auch noch selbstständig und muss täglich meine Brötchen verdienen. Und dann haben wir aber 2009 den Verein gegründet, die Funktionen aufgeteilt und dann hab ich eben gesagt: Ok, ich mach den Sportbereich. Der ein oder andere hat zu diesem Zeitpunkt auch aufgehört und wir wollten nicht einfach aufgeben. Wir wollten weitermachen. Und dann haben wir uns gefunden, so wie wir jetzt auch aufgestellt sind. Und dann war es auch irgendwann eine Herzenssache für mich. Halbe Sachen gibt’s bei mir nicht. Wenn ich etwas mache, dann wird es richtig mit Leidenschaft gemacht.

2009 habt ihr den Verein neu gegründet und wieder in der 2. Bundesliga angefangen. Was war da das Ziel?

Susann: Das Ziel war eigentlich nicht direkt wieder aufzusteigen. Also nicht offiziell. Insgeheim vielleicht schon ein bisschen, weil man irgendwo das Sportlerherz hat und immer das Höchstmögliche erreichen will. Das ist im Damenbasketball nun mal die erste Liga. Aber planen kann man das nicht. Du kannst nicht sagen „Morgen steigen wir auf und übermorgen werden wir Meister.“ Das muss man eher langfristig betrachten. Wenn wir uns etabliert haben, dann wollen wir wieder ein Stück nach oben gucken.

Ihr seht euch also nicht als etabliert an?

Susann: Die Liga ist schwer einzuschätzen. Das hat man letztes Jahr gesehen. Da kann der Letzte den Ersten schlagen und natürlich auch umgedreht. Zwei Punkte mehr und wir wären zweiter geworden, zwei Punkte weniger und wir wären aus den Play-Offs raus gewesen.

Andreas: Wenn wir mal noch drei Jahre in der ersten Liga gespielt haben, dann kann man davon reden, dass wir etabliert sind. Und dann kann man auch mal nach oben gucken. Das Ziel, das steht schon so. Aber bis dahin haben wir noch einiges im Verein zu tun. Damit die Strukturen passen. Wir haben jetzt ein junges Team, 20 Jahre im Durchschnitt, zusammengestellt und wollen gerne, das viele bleiben und über die Saison hinaus zusammen spielen.

Überrascht es euch, dass die ChemCats, wie vergangene Saison, nach so kurzer Zeit wieder ganz oben in Liga 1 mitmischen?

Andreas: Wir haben schon gesehen, dass wir kein schlechtes Team hatten. Schon in der Vorbereitung. Nach dem Auftaktsieg beim Season Opening gegen Osnabrück waren wir noch zurückhaltend, aber dann gewinnst du das zweite und das dritte zuhause gegen Wasserburg, den Meister. Da haben wir dann gesagt: Jetzt müssen wir natürlich nach oben gucken. Wir können nicht sagen, dass wir nur nicht absteigen wollen.

Was war denn euer Erfolgsrezept, um das zu schaffen?

Susann: Das Team. Die Teamchemie. Wenn die nicht passt und man fünf Einzelkämpferinnen auf dem Feld hat, dann funktioniert es nicht. Selbst wenn eine da aus der Reihe fällt, wird es schwierig.

Wie stellt ihr dieses Team zusammen? Das ist ja dann vor allem eine Charakterfrage…

Susann: Grundsätzlich läuft es so: Es gibt Agenturen mit einem Pool an Spielerinnen und an die schreiben wir eine Anfrage. Wir brauchen eine Spielerin für diese und jene Position, nach Möglichkeit mindestens so und so groß und die darf maximal so und so viel kosten. Zurück kommt dann eine Liste mit vielleicht fünf bis zehn Spielerinnen. Zu jeder gibt es ein Video und eine Vita. Was können sie, was machen sie, wo waren sie bisher. Wenn man Glück hat, hat man noch den Kontakt zu den vorherigen Trainern und kann da auch einfach mal nachfragen: Sind das von der Einstellung her eher Arbeiter oder ruhen die sich auf ihrem Talent aus und wie sind sie vom Charakter? Am Ende ist es trotzdem immer eine Lotterie.

Andreas: In den Gesprächen merkt man aber auch: Passt die Spielerin zu dir oder nicht. Unabhängig davon, was sie sportlich kann. Ganz einfach menschlich. Ich bin ja nun hier der älteste in dem „Laden“. Da ist auch schon ein bisschen Lebenserfahrung dabei. Wir fordern: Unsere Profis müssen unsere Kleinen aus dem Nachwuchs unterstützen, Vorbilder im Verein sein und in der Stadt ordentlich auftreten. Das ist mir wichtig und das sagen wir auch allen Spielerinnen. Und wenn eine das nicht will und kann, dann wird sie bei uns nicht spielen.

Was für ein Ziel habt ihr euch für diese Saison gesteckt?

Susann: Auch dieses Jahr wird es wieder sehr eng. Wir peilen erstmal die Play-Offs an.

Andreas: Das heißt ja erstmal nicht mehr als achter Platz. Alles, was noch oben geht, ist gut. Und unsere Nachwuchsspielerinnen müssen dafür ran.

In eurem Kader fällt auf, dass ihr auf viele junge Talente aus der Region setzt. Wie wichtig ist euch die eigene Nachwuchsarbeit auch für die Zukunft?

Andreas: Die Grundlage, die wir schaffen müssen, ist in gut ausgebildete Trainer zu investieren. Das gehört einfach zu unserem Leistungssportkonzept. Dann haben wir den Vorteil des Sportgymnasiums. Dort werden die Mädels sportlich und schulisch gut betreut. Dort können auch unsere Trainer das Training mitgestalten.

Das oberste Ziel ist, viele junge Mädchen in den Verein zu holen und für den Sport zu begeistern, die sich dann, nachdem sie das alles mitgemacht haben, auch für eine leistungssportliche Laufbahn bei uns entscheiden. Und wir wollen aus dieser Basis gerne Spielerinnen in die Nationalmannschaft abstellen. Das färbt auch nach unten ab und ist ein Ansporn, wenn die Mädchen sehen, dass es da jemand im letzten Jahr in die U20 oder die die U17 geschafft hat. Es ist auch ein tolles Erlebnis ein internationales Turnier in Portugal zu spielen.  Bei uns sind Mädels dabei, die sind in der elften Klasse im Sportgymnasium und jetzt bereiten wir sie auf die Bundesliga vor. Das sind unsere Mädels, mit denen planen wir. Bei uns hat der Bundesligabetrieb auch die Verantwortung die finanzielle Basis für die Nachwuchsarbeit mit zu erwirtschaften. Die ChemCats sind ein Verein.

Macht diese enge Verknüpfung zwischen Bundesliga und Nachwuchs eure erfolgreiche Jugendarbeit aus?

Susann: Gerade die Kleinen schauen schon zu den Großen auf. Umso schöner, wenn die wiederum erfolgreich sind. Das wird gelebt, das hat man auch letzte Saison gesehen. Die Kleinen gehen nach den ChemCats Spielen zu den Spielerinnen und klatschen ab und sammeln Autogramme . Auch an den „Kindern“, die jetzt schon in der Bundesliga mitspielen, merkt man, dass sie wirklich stolz sind und es fast eine Ehre ist, hier mitmachen zu dürfen. Das soll das Zeichen für alle noch jüngeren sein: Man hat die Chance ganz oben mitzumachen.

Andreas: Wir waren zum Stadtfest auf der Bühne am Wall. Da haben unsere 16-Jährigen gesagt „Ich darf in der Bundesliga mittrainieren.“ Das zeigt mir, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Es zeugt doch einerseits von Respekt und andererseits auch davon, dass sie es wollen. Wir haben die Worte nicht vorgegeben und deswegen war ich auch selbst ein bisschen beeindruckt und hab mich gefreut.

Vielleicht könnt ihr das mal umreißen: Wie kommt ihr denn zu den passenden Talenten? Kommen die zu euch, oder sichtet ihr Spiele?

Andreas: Das läuft größtenteils über einen Mitarbeiter vom Basketballverband Sachsen. Der betreibt 30 oder 31 Arbeitsgemeinschaften an den Schulen. Dort sichtet er die Spieler für die Niners und für uns. Darüber hinaus haben wir immer montags Schnuppertraining. Damit sind die Basketballer hier in der Stadt schon insgesamt führend in der Nachwuchsgewinnung. Und dann kommen natürlich immer noch ein paar Kontakte über Freunde und Bekannte hinzu.

Aus den relativ wenigen Kindern, die wir haben, machen wir relativ viel. Hier zahlt sich die Investition in unsere Trainer aus. Wenn du unter 20 Mädchen eine Nationalspielerin formst, dann ist das eine geniale Quote.

Ihr seid der aktuell erfolgreichste Chemnitzer Ballsportverein. Macht euch das stolz?

Susann: Grundlegend ist man auf die eigene Leistung stolz. Man vergleicht sich jetzt nicht mit anderen Sportarten. Jede Sportart hat andere Voraussetzungen. Ich denke in der Stadt wird insgesamt ein sehr guter Sport geboten mit sehr vielen hochklassigen Vereinen. Das geht manchmal leider unter. Es sind eben nicht nur die Ballsportarten. Deswegen denke ich auch, dass diese Bezeichnung „Sportstadt“ gerechtfertigt ist und auch ein Stück weit gelebt wird.

Andreas: Wir sind da in der Beziehung relativ bescheiden und freuen uns , wenn andere gute Ergebnisse erzielen. Wir haben auch den Bau des Fußballstadions unterstützt. Sicherlich ist es für die Stadt nicht einfach solche Entscheidungen zu treffen, aber das wird uns im Sport alle mal weiterbringen. Ich unterstütze gerne alles, was nach vorne gerichtet ist. Was ich nicht unterstützen kann, ist Rumningelei. Rummeckern ist überhaupt nicht ChemCats-typisch. Da bin ich rigoros. Wir müssen die Stadt nach außen ja auch gut verkaufen. Wir haben gute Bedingungen. Wir haben die Schloßteich- und die Hartmannhalle. Niemand hat nur einen Grund, etwas Negatives darüber zu sagen. Wer das macht, soll mal mit uns mitfahren und sich die Hallen woanders angucken.

Mit dem zweiten Season Opening nach 2011 habt ihr wieder ein Top-Event nach Chemnitz geholt. Wie habt ihr das gemacht?

Susann: Um das Season Opening muss man sich bewerben und am Ende das Glück haben, die beste Bewerbung geboten zu haben. Dieses Jahr hat es wieder geklappt.

Warum kommt die Liga scheinbar gerne in Chemnitz zusammen? Ist die Stadt ein gutes Pflaster für den Frauenbasketball?

Susann: Ich denke es ist insgesamt mit dem Hintergrund, dass hier gute Bedingungen sind. Zum einen mit der Hartmannhalle, die jedes Jahr noch ein Stück moderner wird – jetzt mit der Anzeigetafel.

Andreas: Und super Hallenpersonal!

Susann: Und Grundsätzlich auch kurze Wege. Ich war ja nun auch schon bei anderen Season Openings. Vom Mercure, wo fast alle Teams untergebracht sind, zur Halle, sind es fünf Minuten Fußweg. Keine 20 Minuten Autofahrt, wie woanders. Das wird geschätzt.

Die Spiele werden auch im Internet übertragen. Da haben wir mit Sachsen Fernsehen einen guten Partner. Besonders im Vergleich: In anderen Hallen ist es die kleine Handkamera und wir haben eine richtige Fernsehkamera mit entsprechender Qualität. Also für alle, die nicht dabei sein können, die schauen sich das dann zuhause im Internet an.

Andreas: Wir freuen uns natürlich, wenn alle in die Halle kommen. Die DBBL ist, glaube ich, auch froh, dass wir das machen. Sowas hatten sie bevor sie 2011 hier waren, noch nicht erlebt Und dann haben wir gesagt: Das machen wir wieder. Aber es ist natürlich auch für uns und für den Damensport insgesamt eine gute Imagewerbung. Wir holen hier 600 bis 700 Übernachtungen nach Chemnitz. Das ist ja auch wichtig. Die kommen aus der ganzen Republik. Aus Saarlouis, aus Bremen und lernen Chemnitz kennen. Jeder – und das ist das Kuriose – jeder, der mit uns spricht, sagt „Mensch, das ist ja eine schöne Stadt“. Die denken ja alle bei uns ist noch Ruß auf den Dächern und Wegen.

Welche Hoffnungen verbindet ihr noch mit dem Season Opening?

Andreas: Meine Hoffnung ist, dass viele andere Spielerinnen sehen, was wir hier für Bedingungen haben und dass auch dadurch die ein oder andere gute oder Top-Spielerin in den nächsten Jahren zu uns kommt. Die Spitzenspielerinnen brauchen wir, wenn wir in vier, fünf Jahren wirklich mal oben angreifen wollen. Das muss sich rumsprechen. Das ist ein Prozess. Das machst du nicht mit einem Season Opening und auch nicht mit zweien. Vielleicht machen wir in zwei Jahren schon wieder das nächste. Wir sind doch mittlerweile so drin in der Materie. Aber das ist wirklich meine Hoffnung, dass viele Spielerinnen und Funktionäre sehen: In Chemnitz passiert wirklich was.

Ihr habt euch gleich voll in unsere Kampagne „Die Stadt bin Ich“ eingeklinkt und wolltet unser Logo tragen. Woher kommt diese starke Identifikation?

Andreas: Susann ist schon lange in dieser Stadt. Wir treiben hier unseren Sport, werden unterstützt von allen möglichen Leuten, leben hier und arbeiten hier. Wir sind jeden Tag in dieser Geschäftsstelle und in der Halle. Da muss man doch einfach das unterstützen, was die Stadt nach vorne bringen soll. Da stehen wir dazu und das meinen wir ehrlich. Wir stehen für diese Stadt, weil wir hier leben und hier unseren Sport unter guten Bedingungen ausüben können. Da gibt’s auch kein „aber“. Das ist hundertprozentig. Eine andere Philosophie wird von mir auch nicht nach unten getragen. Wir werden immer und zu jeder Zeit Chemnitz von den guten Seiten präsentieren. Wenn ich damit anfange, was schlecht ist, bekommen wir niemanden hierher. Das brauche ich niemandem erzählen, dass es Probleme gibt. Die gibt es überall. Die Kampagne hat mir schon bei der Präsentation gefallen.

Und hier muss nun jeder einzelne seinen Anteil bringen. Bei uns ist „jeder einzelne“ die Spielerin. Deswegen tragen wir das Logo der Kampagne auch auf unserer Spielkleidung. Für wen sollen wir uns denn sonst engagieren? Für Magdeburg oder Halle?

Ich bin auch froh, dass es sowas gibt. Eigennützig betrachtet, ist das für uns auch einfach eine Möglichkeit, die ChemCats in der Stadt zu präsentieren. So entwickeln wir uns auch als Marke und können uns in dieser Stadt immer bekannter machen. Damit die Menschen sagen: Dieser Verein ist eine Institution, der lebt hier und bringt auch das Image dieser Stadt raus. Wenn uns alle kennen würden, wäre es umso schöner. Uns kennen noch nicht alle – dass ist das, was wir für uns auch ein bisschen aus der Kampagne ziehen.

Muss man den Chemnitzern Mut machen, zu ihrer Stadt zu stehen?

Susann: Was heißt Mut machen? Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht eigentlich, dass hier wirklich etwas entstanden ist. Mut machen ist, wenn ich irgendwo eine aussichtslose Situation sehe, dann muss ich jemandem Mut machen, damit es doch irgendwie weitergeht. Das sehe ich hier nicht. Die Chemnitzer sollten einfach das Positive an die erste Stelle stellen und dann zu den Kritikpunkten kommen. Dann sieht man das Ganze schon aus einer ganz anderen Perspektive. Wenn ein Trainer seine Spieler kritisiert, soll er auch immer erstmal mit etwas Positivem anfangen und dann erst sagen, was falsch gemacht wurde. Ähnlich würde ich das auch den Chemnitzern mit auf den Weg geben. Erstmal gucken: Was haben wir denn überhaupt in der Stadt. Das sind nämlich eigentlich wirklich viele Dinge.

Andreas: Ich denke man sollte schon ein bisschen Mut haben, wenn man weiter hier leben will. Weil es einen auch nicht glücklich macht, wenn man immer nur Frust schiebt. Da wird’s auch nicht besser. Man kann mit kritischen Augen durch die Stadt gehen. Ich hab auch Sachen, die mir manchmal nicht so gefallen, wo ich denke: Mensch, das müsste vielleicht verändert werden. Aber das muss ich doch nicht immer gleich alles nach außen posaunen. Das kann man auch mal anders klären. Wir haben doch auch mal bei null angefangen und alle haben gefragt: Was soll denn da mal werden? Das, was kritisch ist, das sehen doch auch alle. Das sehen die Stadträte und die Oberbürgermeisterin. Aber man darf auch mal nicht vergessen, wie das 1989 hier aussah und was in 25 Jahren geschaffen worden ist.

9 0 24. September 2014 gepostet am

keine Kommentare

Hinterlasse einen neuen Kommentar