Aktion "Kochen für Helden"
Marco Weidlich und die Köche von Suppengrün und Nomad

Macher der Woche

„Kochen für Helden“

Die Teams von Suppengrün und Nomad verköstigen zurzeit eine ganz besondere Personengruppe: Helden. Sie beteiligen sich an der deutschlandweiten Aktion „Kochen für Helden“ und liefern damit jeden Tag eine warme Mahlzeit vorwiegend an Menschen in Funktionsberufen. Marco Weidlich, der Geschäftsführer der beiden Gastronomien, erklärt, was es mit der Aktion auf sich hat und von wem sie Unterstützung bekommen.

Wie haben Sie von der Aktion „Kochen für Helden“ erfahren?
Marco Weidlich:
Wir haben im Internet davon erfahren, da wir mit vielen anderen Gastronomen über Social Media verbunden sind. Begonnen hat die Aktion bei Max Strohe im Tulus Lotrek in Berlin und das hat uns inspiriert. Wir haben dort angefragt, ob „Kochen für Helden“ auch auf andere Städte erweitert werden kann. Sie haben das dann schnell organisiert, sodass wir uns anschließen und loslegen konnten.

Was bewegt Sie dazu, an der Aktion teilzunehmen?
Marco Weidlich:
Wir sind unserer normalen Arbeit beraubt worden und wollten die Ware, die wir schon hatten, natürlich nicht wegwerfen. Wir wollten auch in Chemnitz Gutes tun für diejenigen, die jetzt noch mehr und härter arbeiten müssen als ohnehin schon.

Wer ist in Chemnitz an der Aktion beteiligt?
Marco Weidlich:
Unsere Lieferanten, Günthers Gemüseeck und Chefs Culinar, haben ähnliche Probleme wie wir und wollen keine Lebensmittel verschwenden. Deshalb liefern sie jetzt die Ware, die sie nicht verkaufen, kostenlos an uns. Günthers Gemüseeck sowie die Basketballdamen der ChemCats helfen uns außerdem bei der Auslieferung des Essens. Und die Koch-Crews vom Suppengrün und vom Nomad bereiten ehrenamtlich das gesamte Essen zu.

Seit dem 30. März liefert das Team mit seinen Helfern montags bis freitags täglich etwa 200 Mittagessen an verschiedene Einrichtungen. „Ein Wunschmenü wie sonst gibt es derzeit leider nicht“, sagt Marco Weidlich mit einem Schmunzeln. Denn das Menü bestimmt die jeweilige Warenlieferung der Partner. Je nachdem, was sie bekommen, zaubern die Köche im Handumdrehen ein leckeres Mahl – manchmal sogar mit Dessert!

An wen haben Sie bereits Essen ausgeliefert?
Marco Weidlich:
Wir konnten bereits an Pflegeheime, Apotheken, Rettungsstellen, Kliniken, aber auch das Kinderheim, das Arbeitsamt und ein Steuerbüro Essen ausliefern. Wer von uns beliefert werden möchte, kann sich telefonisch oder per E-Mail melden. Bisher mussten wir noch niemandem absagen.

Wie sind die Reaktionen bei den Beschenkten?
Marco Weidlich:
Wir bekommen ausschließlich positive Reaktionen. Zum Beispiel fühlen die Pflegekräfte sich und ihre Arbeit dadurch wertgeschätzt. Es ist schön, so etwas zu hören. Wir wollen ja etwas zurückgeben.

Unter betterplace.me sammelt das Team außerdem Spenden, um vor allem die Kosten für Verpackungen, Strom, Benzin und den entstehenden Müll decken zu können. Denn bei täglich 200 Mittagessenverpackungen und teilweise auch noch 200 Dessertverpackungen kommt einiges zusammen. „Oft spenden diejenigen, die selbst von uns Essen bekommen haben, damit wir auch anderen eine Freude machen können“, erzählt Marco Weidlich.

Wie lange wollen Sie die Aktion weiterführen?
Marco Weidlich:
Wir wollen so lange wie möglich weitermachen, also bis wir unsere normale Arbeit wieder aufnehmen können oder so lange es noch Ware gibt.

Was wünschen Sie sich für die Zeit nach der Pandemie?
Marco Weidlich:
Wir hoffen, dass wir bald zum Normalbetrieb zurückkehren und unsere Stammgäste wieder begrüßen können. Denn zu den Stammkunden baut man eine persönliche Bindung auf. Dieses Stück Normalität hätten wir gern zurück.

0 0 11. Mai 2020 gepostet am

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