Redaktion

Mein Name ist Chemnitz

In Chemnitz gibt es zwölf Personen, bei denen „Chemnitz“ nicht nur als Wohnort oder Geburtsort im Ausweis steht sondern auch als Nachname. Einer von ihnen ist Rico Chemnitz, der bei der Rückbenennung der Stadt gerade einmal 13 Jahre alt war. Er erinnert sich, dass er am 1 Juni 1990 auf dem Wochenmarkt unterwegs war und jeder in der Stadt aufgeregt zu sein schien. Gerade seine Großeltern, die in Chemnitz geboren wurden, freuten sich, dass die Stadt ihren alten Namen zurückerhalten sollte. „Ich bin schon stolz auf meinen Nachnamen“, erzählt der dreifache Familienvater. „Es gibt ja nur wenige, die so heißen wie die Stadt, in der sie leben. Nach dem Urlaub freuen wir uns zum Beispiel immer wahnsinnig, wenn unser Name an den Kilometerschildern zu lesen ist.“ Aber nicht immer ist das Leben mit einem ungewöhnlichen Namen einfach. „In Behörden passiert es schon, dass wir darauf hingewiesen werden, wir hätten das Formular falsch ausgefüllt. Oder wir bekommen die Antwort: Wir wollen nicht wissen, wo Sie herkommen, sondern wie Sie heißen.“ Zu Schulzeiten wurde sein Name auch immer wieder durch den Kakao gezogen. Als typisches Heckert-Kind, wie er sich selbst bezeichnet, hat er sich aber auch in Karl-Marx-Stadt wohl gefühlt. Und bei seinem Geschichtslehrer, der dem historischen Namen der Stadt verbunden war, hatte er automatisch ein Stein im Brett.

Auch seine drei Töchter, heute 13 Jahre alt, tragen den Namen gern. Und wenn sie mal heiraten, wollen sie ihren Namen auch gern behalten, verrät Rico Chemnitz hoffnungsvoll. Er lebe gerne mit seiner Familie in dieser Stadt. „Chemnitz hat schöne Ecken. Die Stadt ist lebenswert. Grün. Arbeit gibt es. Und wir erleben hier wunderbare Momente. Es ist eine Stadt mit Geschichte. Einfach Heimat.“

5 1 28. Mai 2015 gepostet am

1 Kommentar

Hinterlasse einen neuen Kommentar

  • Olaf 3. April 2017 - 20:50 Antworten

    In der Zivildienstschule Schleife hatte ich 1993 einen Teilnehmer aus Leipzig-Connewitz. Sein Name: Tino Chemnitz. Er war Kanute, besuchte in Leipzig die KJS und ist im LVB-nahen Sportverein diesem Sport als Funktionär oder Trainer treu geblieben.