Susann Riedel
Malerin

Macher der Woche

Unterstützung für Macherinnen

Susann Riedel ist eine Chemnitzer Malerin mit einem internationalen Kunstprojekt: „Classefrauen“. Sie malt Porträts von Frauen, die sich engagieren, die ihren eigenen Weg gehen und einzigartige Projekte umsetzen. In der Pandemie hat sich die Chemnitzerin eine besondere Aktion ausgedacht. Sie heißt „Meine Classefrauen sind für euch da“. Was hinter diesem neuen, deutschlandweiten Projekt steckt und was Susann Riedels Motivation war, erzählt sie im „Macher der Woche“-Interview.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrer Aktion „Meine Classefrauen sind für euch da“ gekommen?
Susann Riedel:
Ich stehe im ständigen Kontakt zu den Frauen aus meinem Projekt. Mehrere haben mir erzählt, dass sie nachts noch sitzen und sich einen Onlinehandel aufbauen oder Webinare für den nächsten Tag vorbereiten. Daraus ist die Idee für eine gemeinsame Plattform entstanden. Zum einen, damit sich die Frauen untereinander austauschen können und zum anderen, dass sie auch neuen Input von außen bekommen. Der Hintergrund ist schlicht, dass die Aktion wirtschaftlich eine kleine Hilfe sein sollte in dieser schwierigen Zeit.

Unter classefrauen.de/aktion und www.facebook.com/classefrauen bündelt Susann Riedel die aktuellen Ideen, Hilfsangebote und Aktionen ihrer Classefrauen. Eine von ihnen hat zum Beispiel ein Brettspiel entwickelt, damit die Beziehung nicht unter der Last der Pandemie zerbricht, eine andere liefert ihre Delikatessen inzwischen auch zu den Kunden nach Hause.

Wie ist das „Classefrauen“-Projekt entstanden?
Susann Riedel:
Ich bin seit 14 Jahren hauptberuflich Malerin und habe am Anfang zwei Bilderserien angefertigt. In einer der Serien habe ich Frauen aus meiner Phantasie gemalt. Dann bin ich gefragt worden, ob nicht auch reale Frauen einmal für meine Bilder Modell stehen könnten. So ist die Idee entstanden, Frauen zu porträtieren, die etwas Besonderes machen. Ich will ihnen mit meiner Kunst eine kleine Ehrung schaffen.

Seit über zwei Jahren gibt es das Projekt inzwischen und es ist als Dauerausstellung mit wechselnden Bildern im Sächsischen Landtag in Dresden zu sehen. „Alle drei bis vier Monate gibt es einen kleinen Empfang zur Vorstellung der neuen Classefrauen. Der nächste kann zum Glück planmäßig im Juni stattfinden“, erzählt Susann Riedel.

Wie lernen Sie die Frauen für Ihr Projekt kennen?
Susann Riedel:
Oft lese ich etwas über die Frauen in der Zeitung oder höre von ihren Projekten in Reportagen und dann spreche ich sie einfach an. Oder ich lerne während meiner Arbeit neue interessante Frauen kennen und frage sie, ob ich sie malen darf. Manchmal werden mir auch Frauen empfohlen. Mir ist wichtig, dass sie engagiert sind, besondere Projekte betreuen oder Visionen haben. Mein Ziel ist es, den Frauen damit sozusagen eine „Werbemöglichkeit“ zu geben, dass sie sich vorstellen können. Ich habe durch das Projekt so viele tolle Frauen kennengelernt, darüber freue ich mich sehr.

Wie ist die Resonanz auf die Aktion?
Susann Riedel:
Bisher kommt es sehr gut an. Die Frauen haben sehr viele Anfragen durch die Aktion dazugewonnen und die Zugriffe auf die Seiten sind auch hoch. Viele haben mich gebeten, die Aktion solange wie möglich weiterzuführen.

Susann Riedel plant, die Aktion noch mindestens zwei Monate fortzusetzen und am Ende eine Abschlusspräsentation darüber zu machen, wie es mit den Classefrauen in Zukunft weitergeht.

Was wünschen Sie sich für die Zeit nach Corona?
Susann Riedel:
Ich wünsche mir, dass die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder zum Normalzustand zurückkehren kann. Und dass die ganzen Bemühungen, die die Leute im Moment an den Tag legen, auch nach der Pandemie noch Früchte tragen.

0 0 27. Mai 2020 gepostet am

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